Sonntag, 18. Oktober 2015

Der Anti-Berliner



Sie hatten sich auf einer Datingplattform kennengelernt – eine kostenlose Online Datingbörse, die ohne die Suche nach einem Akademiker oder Elitepartner wirbt. Sprich: hier findet sich alles – vom Arbeitslosen bis zum umtriebigen Studenten oder wohl situierten Angestellten. Sein Foto sah sehr ansprechend aus, woraufhin sich schnell eine Konversation ergab, die sie über die Plattform betrieben. Im Laufe der "Gespräche" tauschten sie Nummern aus, um die Unterhaltung auf ein privateres Niveau zu heben. Somit war man nicht mehr gezwungen, bei der Plattform aktiv zu sein und hatte einen direkten Draht über Whatsapp. Im besten Fall mit einem aktuellen Profilbild und dem Onlinestatus. Vielleicht würden sie dann auch einmal telefonieren, denn ein Telefonat offenbart nicht nur die Stimme des Gegenübers, sondern man kann feststellen, ob die Sympathie auch beim Sprechen gewährleistet war, um sich später einer neuen Stufe hinzugeben: dem persönlichen Treffen. Der erste Schritt war gemacht. Sie schrieben sich wenige Tage bei Whatsapp. 
Dann erhielt sie von ihm eine Nachricht mit der Frage: „Sag mal, berlinerst du?“ Sie wunderte sich etwas über diese Frage, aber da konnte natürlich viel dahinter stecken: 1. Er findet es megacool, wenn eine Frau etwas „derbe“ spricht. 2. Er möchte es gern selbst lernen und sucht eine Sparringspartnerin oder 3. Er berliniert selbst und freut sich über diese Gemeinsamkeit. Weit gefehlt… Sie entgegnete ihm: „Nur etwas. Kommt auf die Situation an.“ Sie schickte die Nachricht ab ohne einen Hintergedanken doch seine Antwort lies nicht lange auf sich warten. Er schrieb: „Sorry, ich finde das bei Frauen nicht so attraktiv. Also macht es auch wenig Sinn mit uns!“ Kurz dachte sie darüber nach, dann lachte sie herzlich und schrieb ihm nie mehr zurück. Was hätte sie auch sagen sollen? „Dit sollt‘n wa bei ne Molle klären!“?

Vielen Dank für diese Geschichte! Ja, manchmal ersticken die Dinge schon im Keim...

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